#12
Äußeres Druckenwell, Hyperraumvektor nach Neu-Cov

Wenn Schlachten geschlagen wurden, blieb oft kaum mehr als verbrannte Erde zurück. Planeten verbrannten in der Kernschmelze aufeinanderprallender Ideologien und Druckenwell, war dabei mehr die Regel als Außnahme. Flüchtlingskonvois, gefüllt mit Lebewesen deren Besitz, deren Existenz dem Feuer des Krieges so bereitwillig geopfert wurde. Für jene am unteren Ende der Nahrungskette, war dieses galaxisweite Gemetzel nur ein weiterer Dolchstoß und blumige Worte schafften es oft nicht, durch den harten Schleier der Wirklichkeit zu Dringen.
Duran Halsek schritt nervös die Brücke der kleinen corellianischen Korvette, dem einzigen Schiff mit nennenswerter Bewaffnung in ihrem Verbund, auf und ab, während der Navigationsoffizier sein möglichstes Tat, um die Schuiffsgruppe durch das Trümmerfeld, weclhes nun von der vergangenen Schlacht zeugte, zu manövrieren. "Geht das nicht etwas schneller?", schnauzte der Mann übellaunig in die Runde und nahm uinsbesondere den Navigator aufs Korn. "Ich habe keine Lust, dass wir noch irgendwelchen Nachzüglern in die Arme laufen!" Der Navigator seufzte kaum hörbar. Wie oft hatte er es schon erklärt? Zu oft und dennoch nicht oft genug. "Die Valor hat bereits einen Triebswerksschaden Steuerbord und wenn wir nicht weitere Schäden oder Verluste bei den Flüchtlingsschiffen riskieren wollen, müssen wir uns nach dem langsamsten Schiff richten." Der Navigator zuckte beschwichtigens mit den Schultern. "Ich kann's nicht ändern." Halsek wollte gerade zur Höchstform auflaufen, ehe er, offenbar genau im richtigen Moment, von seinem Sensoroffizier unterbrochen wurde. "Sir? Wir haben da was auf den Sensoren. Mehrere Schiffe." Das Gesicht des Mannes verfinsterte sich. "Vielleicht ein liegen gebliebener imperialer Kreuzer? Aber kein Notsignal Hm... haben vielleicht Schiss, dass die Republik noch einmal zurückkommt." - "Vielleicht reicht mir nicht!", fauchte Halsek und wandte sich sogleich dem nächsten Schwarzmaler zu, "Finden Sie das genauer raus, Mann! Und Sie da!", schnauzte er wieder zum Navigator, "Ich will einen anderen Kurs! Bringen Sie uns dran vorbei und zwar unauffällig!"

Kerkerschiff der Lictor - Klasse Astraea, Trümmerfeld
Es wäre zuviel des Guten die Astraea, trotz beeindruckender Größe, als wirklich gefährliches Kampfschiff anzusehen. Zwar strotze der Koloss nur so vor anmontierten Kanonen, besaß aber bei weitem nicht die nötige Reaktorleistung oder Crewstärke, um sie auch nur ansatzweise effektiv einsetzen zu können. Das Kerkerschiff war mehr ein zahnloser Vornskr, als tatsächliches Raubtier, aber Firaxa Varad schätzte die psychologische Wirkung der bloßen Waffenanzahl und davon ab, eigenete es sich hervorragend als mobile Kommandozentrale. Bei genauerer Betrachtung wurde allerdings schnell klar, dass die Astraea schon seit langem in einem mieserablem Zustand sein mochte - äußerlich wurden Hüllensegmente mehrmals notdürftig ausgebessert, doch durfte davon ausgegangen werden, dass ganze Sektionen des Schiffs über keine, oder nur mangelhate Atmosphäre verfügten. Der Innenbereich wurde beinahe vollständig auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt: der Zellenbereich wurde neu gestaltet, so, dass nun nur noch eine riesige Massenzelle und einen großzügigen Lagerbereich gab. Alles in allem wirkte es so, als wäre das Schiff bereits mehrmals abgeschossen und wieder ausgegraben worden - was wahrscheinlich nicht einmal allzu sehr von der Wahrheit entfernt war. Doch mobile Kommandozentren besaßen den unschätzbaren Wert, nur schwer auffindbar zu sein und gerade in ihrem Berufsfeld, war dies eine sehr willkommene Eigenschaft.

Das Schiff bewegte sich langsam und bedächtig durch den Schiffsfriedhof, riesige Scheinwerfer beleuchteten das Aas und suchten nch den besten Stücken.
Ein Tam&Bak Turbolaser oder eine Ionenkanone eines imperialen Zerstörers, brachten auf dem Schwarzmarkt ein hübsches Sümmchen, vielleicht sogar genug, um diesen Schrotthaufen irgendwann, in etwas anständiges zu verwandeln - denn Aas würde es bald mehr als genug geben. Glücklicherweise war es auch nicht von immenser Schwierigkeit Arbeitskräfte für die nicht ganz ungefährliche Aufgabe in Schiffswracks nach Verwertbarem zu suchen, zu finden. Unbedarfte Raumreisende, die sich in einer neuen Rolle als Sklave wiederfanden, gab es mehr als genug und der Überschuss brachte auf Planeten wie Ylesia noch einen netten Nebenverdienst mit sich. Alles in allem waren die Zeiten für das Piraten- und Gaunertum derzeit großartig und wenn Idioten wie Teradoc das verstehen würden, statt mit ihren fetten Hintern an ihren Kommandostühlen zu kleben, würden sie schon lange in Credits schwimmen.
Ihr Blick wandte sich aus dem Brückenfenster hin zu einem verschlackten Wrack, dass nur noch annähernd als ein Kreuzer der Acclamator-Klasse zu identifizieren war. "Der da.", meinte sie und tippte mit dem Panzerhandschuh gegen das Transparistahlfenster, "Der sieht noch gut aus. Scannen." Ein Weequay an der Sensorkonsole nigte und tätigte schnell einige Eingaben, ehe sich ein blaues Holomodell vor ihr formte. "Hm. Schwere Rumpfschäden, minimale Atmospäre, aber die Reaktorwerte sind stabil. Vergrößern." Der Weequay tippte erneut auf seiner Konsole und vergrößerte das Modell, so, dass die einzelnen Schiffssegmente und Schäden besser zu erkennen waren. "Na sie mal einer an.", meinte sie vergnügt und klatschte in die Hände. "Da haben wir unseren Jackpot.Frachtraum nur minimal beschädigt. Blaster, E-Webs, vielleicht sogar ein paar Kampfläufer?", sie wandte sich zur Kommunikationskonsole herum, "Sag Dyre und seinen Jungs Bescheid, ich will das Zeug haben. Oh. Und schickt diese Penner vor, wenn ein paar von denen dran glauben müssen, ist das verschmerzbar. Imperiale Waffen bringen ein paar Credits mehr, als ihre Leben."
Ehe sich Firaxa wieder umdrehen konnte, räusperte sich der Weequay "Boss, da ist noch was. Ein kleiner Konvoi, vielleicht fünf Schiffe im Trümmerfeld. Allerdings... drehen sie ab." Ihre Augen verengten sich. Unliebsame Störungen waren nicht Teil des Plans und diese Idioten, wer auch immer sie waren, fielen ganz eindeutig in diese Kategorie. Können wir sie einholen? Das Alien zögerte und überlegte, wie sich eine schlechte Botschaft in eine etwas weniger schlechte Botschaft umwandeln ließ. "Nicht mit der Astraea... Sie bewegen sich zwar nur langsam, aber wir sind einfach zu groß um hier effektiv manövrieren zu können." Nun gut, das war verschmerzbar. Dank Teradoc hatten sie nun ein Ass mehr im Ärmeln, eines, dass in dieser Situation äußerst nützlich erschien. "Meldung an die Hornet: aufspüren, etwaige Bedrohungen beseitigen und festsetzen." Mit etwas Glück würde dieser Tag noch etwas lukrativer werden. Ein paar frische Flüchtlinge als Sklaven war ein netter Bonus und das Verhalten des Konvois legte sehr Nahe, dass es sich dabei um genau solche handelte.

Es dauerte nicht lange, ehe die jüngst erbeutete Korvette der Vigil - Klasse abdrehte und das Kommandoschiff hinter sich ließ. Präzise navigierte die Hornet durch die im All umhertreibenden Wrackteile und suchte nach dem schnellsten und direktesten Kurs, der sie zu diesen Störenfrieden bringen sollte. Es dauerte auch nicht lange, bis die Korvette einer wütenden Falkenfledermaus gleich, die kleine Schiffsgruppe umkreiste und potenzielle Bedrohungen erfasste. "Hab sie im Visier.", meinte Saz mit vocoderverzerrter Stimme und einer der wenigen in ihrer illustren Bande von Halsabschneidern, der wohl tatsächlich ein Mandalorianer war. "Miese kleine corellianische Schutta. Blast der Schlampe das Hirn raus, Jungs!" Fauchend erwachten leichte Turbolaser zum Leben, deren Energie gegen die Schilde der corellianischen Korvette knallte.
Im inneren wurden Halsek und seine Brückencrew von den einschlagenden Energiesalven ordentlich durchgeschüttelt. "Schild hält, bei 70%!" - "Was zur...?", knurrte Halsek und sützte sich wütend auf die Taktikkonsole. "Befehle, Sir?" Der Captain drosch mit seiner Faust wütend, aber effektlos in das Holo vor ihm, während er mit wutverzerrtem Gesicht in die Runde blickte. "Brauchen Sie eine Extraeinladung oder was? Alle auf Kampfstation! Schießen Sie zurück Weichen Sie aus!"
Saz betrachtete die Situation von der Hornet aus eher als eine Art Spiel, er reizte den Gegner gern, ließ ihn übermütig werden und erst am Ende realisieren, in welch unterlegener Situation er eigentlich war. Er behakte die corellianische Korvette kontinuierlich, aber nie so sehr, dass ein wirklich ernsthafter Schaden entstand, während er immer wieder Schutz hinter den wehrlosen Transportern suchte, so, dass der Gegner ihn nicht sicher treffen konnte, ohne seine Verbündeten zu treffen. Es musste wahrlich frustrierend sein, sich so sehr um andere zu sorgen. "Meldung an Fi: wir haben vier überfüllte Transporter und eine ziemlich übellaunige corellianische Schlampe. Wär ganz nett, wenn sie in ein paar Minuten vorbeischauen könnten."
Wenn es nach Firaxa ginge, wäre sie bereits da. Nicht, dass sie Saz den Spaß nicht gönnte, aber Spaß teilte man mit der Familie und so betrachtete sie einen weiteren Moment die Trümmer, die sie großzügig umschifften. "Dauert mir zu lange. Sagt diesen Pennern in Maschinenraum, die sollen diese Energieleitung wieder in Ordnung bringen oder wir schauen, wie lange ein Ugnaught im Vakuum überlebt. Ich will Energie auf die Frontschilde - und nicht erst in dreißig Minuten!" - "Schilde wieder online, Boss." - "Geht doch. Kurswechsel: wir schubsen den Schrott aus dem Weg!" Schwerfällig drehte die Astraea bei und tauchte mit dem Bug in die Tiefen des Friedhofs ein, bahnte sich einen Pfad durch zerstörte Jäger und kleinere Fregatten, bis sie einen zerfetzten Dreadnaught erwischte und beständig vor sich herschob. Auf diese Art dauerte es nicht lange, ehe das recht imposante Kerkerschiff vor die corellianische Korvette drängte.

"Sir! Imperialer Kreuzer vor uns!" Halsek wandte sich erschreckt dem Brückenfenster zu und sah das verhältnismäßig gigantische Schiff. Scheiße!, bellte der Captain und wandte sich an seine Männer: "Vergessen Sie die Flüchtlinge! Wir legen uns nicht, ich wiederhole: NICHT mit diesem Ding an! Berechnen sie einen Kurs hier raus, man!" - "Aber..." - "Kein aber! Wir können sinnlos sterben, oder wenigstens unsere eigene Haut retten!" So viel zur Republik, zu ihrer Gründlichkeit, ihrer Beständigkeit, ihrem Versprechen alle Welten vom Joch des Imperiums zu befreien. Und was war das vor ihnen? Halsek mochte seine Entscheidung nicht, aber rational betrachtet, war es die eintzig richtige. Mochten seine Männer ihn hassen, ihn Feigling und Verräter nennen, aber das war es nicht wert. Verwunderlich war nur, seit wann das Imperium Jagd auf Flüchtlinge machte und warum. Aber das sollte seine Sorge nicht sein, sollten die Imperialen sich vorerst an ihrerer Beute ergötzen, früher oder später, würden sie sie kriegen.
"Die Penner hauen einfach ab! Hey Fi!" - "Hab's gesehen.", kam die genervte Antwort über Holokom. "...egal. Wir laden ein was geht - dem Rest verpasst ihr ne Kugel und dann machen wir uns vom Acker." Mit einem Knopfdruck wechselte die Mandalorianerin den Holokanal zum Bergungsteam. "Dyre? Wie sieht's aus?" - "Sind durch die Frachttür durch und beginnen mit der Verladung auf Shuttles. Würde sagen ein bis zwei Stunden, dann sind wir weg hier." Firaxa nickte. "Passt soweit." Wahrlich, ein guter Tag. Noch ein paar mehr davon und sie könnte die größten Idioten aus ihrer kleinen Organisation entfernen und durch... kompetenteres Personal ersetzen.
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